Wenn der untere Rücken schmerzt

Vielleicht haben Sie diese Erfahrung auch schon machen müssen. Sie haben einen schweren Gegenstand angehoben – dann gibt es erst einen schmerzhaften Stich im unteren Rückenbereich und dann massive Schmerzen im Lendenbereich. Aufrecht stehen oder beschwerdefrei gehen sind undenkbar. Selbst das Sitzen fällt schwer. Auch im Liegen sind die Beschwerden spürbar. Sehr wahrscheinlich haben Sie sich einen Hexenschuss zugezogen.
Hexenschuss? Was ist das?
Der Hexenschuss heißt im Lateinischen „Lumbago“ und macht seinem Namen alle Ehre. Wie aus dem Nichts schießt der Schmerz in den Rücken und breitet sich dort mit einem starken Stechen aus. Die Schmerzen sind meist so schlimm, dass der Betroffene gezwungen ist, eine Schonhaltung einzunehmen. Man krümmt sich regelrecht vor Schmerzen. Aber wie kommt es dazu?
Auslöser für einen Hexenschuss ist meist eine funktionelle Störung, eine muskuläre Verspannung, kombiniert mit einer unzureichend ausgebildeten Rückenmuskulatur. Hebt man einen schwereren Gegenstand hoch, wäre der normale Reflex, dass sich die Tiefenmuskulatur anzieht und den gesamten Rumpf stabilisiert, die oberen Muskelpartien dafür sorgen, dass man die Kraft fürs Hochheben aufbringt. Die Verspannung hingegen lähmt die Tiefenmuskulatur. Sie stärkt den Rumpf nicht rechtzeitig. Die Oberen Muskeln verkürzen und spannen sich binnen Sekundenbruchteilen an. Dieses Verkrampfen löst meist stunden- oder tagelangen Schmerz aus, der zwar meist ungefährlich aber dennoch sehr heftig ist.
Was hilft beim Hexenschuss?
Nicht selten kann sich ein Betroffener nicht mehr richtig aufrichten. Zuwarten und Nichtstun sind selten hilfreich. Eine Kombination aus Medikamenten und Physiotherapie erweist sich als wesentlich effektiver. Als angenehm wird die Stufenlagerung empfunden. Man liegt mit flachem Rücken auf dem Boden mit einem kleinen Kissen unter dem Kopf: nun geben Sie einen Stuhl / Hocker / Ball unter die Unterschenkel. So entlasten Sie den unteren Rücken. Weil Sie nicht ewig einfach nur so daliegen können, raten wir Ihnen dazu, sich ehestmöglich wieder zu bewegen. Versuchen Sie, den Schmerz zu überwinden. Je eher Sie damit anfangen, desto eher löst sich die Verkrampfung.
Ergänzend dazu können Sie Schmerzmittel nehmen, damit Sie es ein wenig angenehmer haben. Und wenn Sie einen guten Physiotherapeuten kennen, lassen Sie sich ein wenig massieren und machen Sie mit ihm gemeinsam entsprechende Übungen, die zur Lockerung beitragen. Dann sollte das Ganze ehestmöglich ausgestanden sein.
Zum Arzt müssen Sie übrigens lieber heute als morgen, wenn der Schmerz bis ins Bein ausstrahlt, Sie Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen entwickeln – dann nämlich könnte es sich auch um einen Bandscheibenvorfall handeln.

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